Mit dem MTB von Garmisch zum Pürschlinghaus

Auf der Terrasse des Pürschling-Hauses (1.665  m) im Ammergebirge

◉ Start/Ende: Parkplatz Gewerbegebiet Amselstraße in Partenkirchen (Edeka)
(alternativ: Oberammergau, Unterammergau, Ettal)
↔ Distanz: 54 km
⇗ Höhenmeter: 1.150 Hm
⏱ Fahrzeit: 3,5 h (E-MTB) / ca. 7 h (Bio)
◈ Schwierigkeit: Kondition: mittel / Technik: S0–S2 (steile Auffahrten zum Ettaler Sattel, auf den Kolbensattel und zum Pürschlinghaus)
〰 Untergrund: 40 % Forstwege, 35 % asphaltierte Radwege/Nebenstraßen, 25 % Bergwege
↯ E-MTB: min. 750 Wh empfohlen / E-Bike-Ladestationen in Oberammergau (Tourist Information) und in Unterammergau (Dorfstraße 2)
⌂ Einkehr: Kolbensattelhütte, August Schuster Haus (Pürschlinghaus), Ettaler Mühle (Di, Mi Ruhetag)
☼ Beste Jahreszeit: Mai bis Oktober
▤ Karte: ATK25/R09, Alpenverein BY7
⭳ GPS-Track: Download

Die Herausforderung deiser Tour sind die steilen Rampen von Oberau auf den Ettaler Sattel, von Oberammergau auf den Kolbensattel und nach kurzer Zwischenabfahrt weiter zum Pürschlinghaus. Dort erwartet einen die wohl verdiente Einkehr mit wunderbarem Weitblick ins Graswangtal.

Sinfonie in Grün und Gelb bei Ettal. Im Hintergrund der Pürschling und seine Nachbarn, die das Graswangtal auf seiner Nordseite begrenzen.

Los gehts

Die reizvollste Jahreszeit zum Biken ist für mich der Mai. Nach den Wintermonaten wird man fast geblendet vom Gelb der Wiesenblumen im noch ungemähten Gras. Der Fahrtwind ist warm und würzig. Genau so einen Maitag haben wir bei unserer Tour mit dem E-MTB zum Pürschlinghaus erwischt. Von Garmisch durch die Loisachauen kommend, wartet in Oberau die erst Steilauffahrt von Oberau auf den Ettaler Sattel (Achtung: Die Alte Ettaler Straße ist von September bis Oktober 2026 wegen Ausbau zu einem asphaltierten Rad- und Wanderweg gesperrt, die einzige Verbindung in dieser Zeit ist die Bundesstraße). In Ettal erreicht man bald den Waldsaumweg nach Oberammergau. Am Horizont lässt sich schon der Pürschling-Bergrücken ausmachen. In angenehmem Auf und Ab geht es bis zur Gaststätte Ettaler Mühle. 500 Meter nach der Wirtschaft passiert man eine Brücke. Hier wird die Linder, die aus dem Graswangtal kommt, zur Ammer. Durch das moosige Quellgebiet der Ammer rollt man bis Oberammergau.

Kolbensattel

Im Ort biegt man gleich an der ersten Kreuzung links in die König-Ludwig-Straße ab und nach ein paar Hundert Metern wieder links auf die Fahrstraße, die erst auf Asphalt, dann auf Schotter steil bergauf zum Kolbensattel führt. Die Kolbensattelhütte ist wegen des Sessellifts von Oberammergau herauf und der Sommerrodelbahn, dem Alpine Coaster, ein Publikumsmagnet. Wer mit dem Bike Richtung Pürschling unterwegs ist, wird vermutlich lieber erst die gesamte Auffahrt hinter sich bringen und erst am Pürschlinghaus rasten.

Bei der Kolbensattelhütte hält man sich linkerhand vom Spielplatz und nimmt den schmalen Pfad geradeaus und dann bergab (nicht links hinauf auf den Kofelsteig), der nach 200 Metern in die Kolbenstraße mündet. Auf der breiten Forststraße geht es links einen Kilometer lang bergab bis zum Wegkreuz bei der Lengenthalalm. Hier links auf den ausgeschilderten Pürschlingweg abbiegen, der mit bis zu 25 Prozent Steigung durch den Plattenberggraben hinauf zum Pürschlinghaus führt. Ein willkommener Zwischenstopp ist die Josefskapelle, die in den 1980er Jahren zum Gedenken an die in den Bergen Verunglückten errichtet wurde.

Pürschlinghaus

Oben auf dem Bergkamm ist schon das Pürschlinghaus auf seinem felsigen Posten zu sehen, und nach knapp 2,5 Kilometern ist die steile Quälerei vorbei und auch schnell vergessen, weil man sofort vom Zauber dieses besonderen Orts eingefangen wird. Maximilian II, der jagdversessene König von Bayern und Vater von Ludwig II, hatte hier ein schlichtes Jagdhaus mit Nebengebäuden errichten lassen. 1919 wurde es vom DAV übernommen und nach August Schuster benannt, der sich für den Erwerb der Pürschlinghäuser eingesetzt hatte und außerdem Inhaber des bekannten Sporthauses Schuster in München war, das es heute noch gibt.

Letzte Kurve vor dem Pürschlinghaus vom Kolbensattel kommend

Letzte Kurve vor dem Pürschlinghaus auf seinem Felsenthron

Terrasse des Pürschlinghauses

Das August-Schuster-Haus auf 1.665 Metern Höhe ist bis auf die Monate April und November das ganze Jahr über für Bergbegeisterte geöffnet. Die Hütte ist Start- und Rastpunkt für Wander- und Bergtouren in allen Schwierigkeitsstufen. Der Blick von der Terrasse auf die Notkargruppe, das Elmautal, die Friederberge und bis zum Estergebirge und zum Wetterstein in der Ferne ist magisch schön. Die Küche ist überdurchschnittlich gut. Sehr empfehlenswert ist der Käsekuchen, der in verschiedenen Varianten angeboten wird.

Wandertipp: Der Hausgipfel des Pürschlinghauses ist der Teufelstättkopf (Gehzeit ca. 1 Stunde mit leichter Kraxelei im Gipfelbereich). Der Übergang zur Brunnenkopfhütte (für geübte Wanderer) dauert ca. 3 Stunden.

Nicht entehen lassen sollte man sich den Aussichtspunkt ins Graswangtal ca. 200 Meter unterhalb des Pürschlinghauses. Ein Pfad führt vom Hauptweg dorthin.

Blick auf Unterammergau, im Hintergrund Hörnle und Aufacker

Auf dem Pürschlingweg geht es wieder zurück bis zur Wegkreuzung bei der Lengenthalalm. Dort nimmt man links den breiten Forstweg, der sich bergab bis in den Taleinschnitt der Schleifenmühlenlaine schlängelt und weiter bis Unterammergau führt.

Nach Überquerung der Bundesstraße und der Bahngleise in Unterammergau biegt man rechts auf den ausgeschilderten Ammer-Amper-Radweg ab. Es folgt eine fast ebene Genussfahrt entlang der Ammer bis kurz vor Ettal. Wer nicht auf der verkehrsreichen Straße durch Ettal fahren möchte, biegt rechts auf den Radweg parallel zur Staatstraße Richtung Plansee ab und nach 500 Metern auf Höhe der Ettaler Mühle wieder links auf den Wanderweg. Ab hier geht es auf gleicher Route zurück zum Ausgangspunkt der Tour.

Loisachauen bei Garmisch-Partenkirchen mit Blick auf Alpspitze und Zugspitze

Gewitterstimmung in den Loisachauen. Links Wetterstein, rechts Kramer, am Horizont die Spitze des Daniel.


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