Bike-Klassiker: Enningalmrunde von Garmisch-Partenkirchen

Enningalm im Ammergebirge auf 1.544 Metern Höhe.

◉ Start/Ende: Friedhof in Garmisch-Partenkirchen, Ortsteil Garmisch
(alternativ: Burgrain)
↔ Distanz: 31,5 km
⇗ Höhenmeter: 930 Hm
⏱ Fahrzeit: 2:40 h (E-MTB) / ca. 4 h (Bio)
◈ Schwierigkeit: Kondition: mittel (mit dem Biobike schwer) / Technik: S2
〰 Untergrund: 50 % Forstwege, 30 % Trails (S2), 10 % Fahrradwege/Nebenstraßen (Asphalt), 10 % Bergwege
↯ E-MTB: mind. 625 Wh empfohlen / ideal für die lange Auffahrt zur Enningalm
⌂ Einkehr: Enningalm (Mitte Juni bis Mitte September), Berggasthof Pflegersee, Garmischer Brauhaus (Montag, Dienstag Ruhetag)
☼ Saison: Mai bis Oktober (im Frühling im oberen Bereich der Forststraße zur Enningalm und auf dem Trail zur Rotmoosalm Restschneefelder möglich)
▤ Karte: ATK25/S09
⭳ GPS-Track: Download

Diese Tour ist ein Bike-Klassiker mit langer Tradition, die Elmar Moser schon Mitte der 1990er Jahre in seinem Bike-Guide beschrieben hat. Die mehr als 10 Kilometer lange, sonnenexponierte Fahrt auf dem Forstweg auf die Enningalm war berüchtigt - damals natürlich ausschließlich ohne Motorunterstützung. Auch heute sind auf dieser Strecke die BiobikerInnen, die sich zur Alm hinaufquälen, oft in der Mehrzahl gegenüber den E-BikerInnen.

Der Trail von der Enningalm hinunter zur Rotmoosalm ist schmal und im ersten Abschnitt ausgesetzt. Erwischt man eine der vielen Spitzkehren falsch, droht ebenfalls der Abgang in den Steilhang. Anfänger sollten deshalb von der Enningalm besser denselben Weg zurück nehmen.

Der kürzeste Weg vom Rotmoossattel zurück nach Garmisch-Partenkirchen ist die hier beschriebene südliche Route über die Ochsenhütte und an der Loisach entlang. Alternativ kann man auch etwas weiter ausholen, nach Norden ins Graswangtal rollen und über Ettal zurück zum Startpunkt kommen.

Los gehts

Tourstart ist am Garmischer Friedhof. Über die Lazarettstraße und die Friedhofstraße kommt man zur Thomas-Knorr-Straße, auf die man links abbiegt. An der nächsten Kreuzung geradeaus weiter auf der asphaltierten Pflegerseestraße, auf der man sich auf den folgenden 2 Kilometern warmtreten kann. Am Pflegersee mit dem gleichnamigen Berggasthof wechselt der Untergrund auf Schotter.

Nun stehen bis zum Zwischenziel der Enningalm 11 Kilometer und rund 700 Höhenmeter in kontinuierlich zunehmender Steigung an, zwei Drittel davon auf der bestens präparierten Forststraße. Langeweile kommt nicht auf, denn es gibt interessante Wegmarken wie den Wasserfall im Lahnenwiesgraben, der einem im Hochsommer ein kühles Lüftchen zufächelt, und natürlich die Buckelwiesen der Reschbergwiesen, die im Frühling ganz im Blau der Enzianblüte leuchten. Nach knapp 450 Höhenmetern kommt man an der MTU-Hütte vorbei, die nicht nur Schutz bei Unwetter bietet, sondern auch einen Premiumblick auf Garmisch.

Auf den letzten beiden Kilometern bis zur Enningalm hat man immer häufiger groben Schotter unter den Reifen, bis man schließlich scharf rechts auf den verblockten Karrenweg zur Alm abbiegt. Das letzte Steilstück ist wieder asphaltiert. Nach kurzer Fahrt kommt man an ein Weidegatter, wo es zu Beginn der Almsaison sein kann, dass Kühe und Kälber vor dem Gatter stehen, die darauf warten, dass es geöffnet und der Weg auf die saftigen Almwiesen frei wird. Die oft noch unsicheren Jungtiere sollte man nicht in Bedrängnis bringen, sondern sich vorsichtig vorarbeiten.

Enning: Alm und Trail

Schließlich kommt man auf dem weiten Almboden der Enningalm heraus. Sie liegt auf 1.544 Metern und ist von Mitte Juni bis Mitte September bewirtschaftet. Auch außerhalb der Almsaison ist sie ein beliebter Rastplatz auf Bikerrunden und Ausgangspunkt für Bike & Hike-Touren (zum Beispiel auf den Feldernkopf). Bereits im Mai und, je nach Wetter, bis Anfang November findet man hier ein sonniges Plätzchen weit weg von Trubel und Hektik.


Blick von der Terrasse der Enningalm nach Süden auf Krottenköpfel und Hirschbichl, links im Hintergrund sind der Kramer und der Katzenkopf zu sehen.

Blick von der Enningalm nach Süden auf Krottenköpfel und Hirschbichl, links im Hintergrund Kramer und Katzenkopf

Almboden der Enningalm in Südausrichtung mit Blick auf Krottenköpfel

Über den Steg geht es weiter zum Trail

Ein bisschen Rock’n’Roll gibt es über den “Tanzboden” genannten Wald hinunter zur Rotmoosalm. Der Enning- oder Rotmoostrail (S2) ist im oberen Abschnitt kaum breiter als der Lenker, hat ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial und ist nicht für Anfänger geeignet. “Normalbürger fahren besser auf dem Anfahrtsweg zurück nach Garmisch”, bemerkte Elmar Moser dazu.

Nach kurzer Fahrt auf einem Almweg taucht man am Westhang des Krottenköpfels wieder in Wald ein. Der Weg verengt sich zum Pfad. Die ersten 800 Meter gehen flach dahin und einige Male nah am Abgrund vorbei. Darauf folgen ein Spitzkehren-Marathon mit 16 Kehren, ein matschiges Quellgebiet und einige halb umgeknickte oder entwurzelte Bäume.

Abgesehen von seiner teilweisen Ausgesetztheit und Steilheit hat der 4 Kilometer lange Trail im unteren Bereich durchaus flowige Abschnitte.

Trotzdem ist man froh, wenn man schließlich vom Trail auf der Lichtung der Rotmoosalm (nicht bewirtschaftet) herauskommt und die Bremsfinger lockern kann.

Der Rotmoossattel liegt auf 1.200 Metern Höhe und ist die höchste Stelle der Elmaustraße, die das Loisachtal mit dem Graswangtal verbindet. Bei dem Wegkreuz am Sattel hält man sich links.

Rotmoosalm auf 1.200 Metern Höhe im Ammergebirge mit Blick auf Scharfeck und Lausbichel

Rotmoosalm mit Blick auf Scharfeck und Lausbichel

Es folgt die lange Abfahrt über 400 Tiefenmeter auf der geschotterten Elmaustraße ins Loisachtal. Der Fahrtwind pfeift, hin und wieder spitzen die Zugspitze und die Waxensteine durch das Blätterdach. Wer mag, nimmt kurz vor Ende der Abfahrt noch den links abzweigenden Holpertrail mit, der wie die Forststraße am Weidegatter beim Parkplatz Ochsenhütte an der B23 herauskommt.

Vom Parkplatz biegt man links Richtung Garmisch-Partenkirchen auf den Loisachradweg flussabwärts ab. Nach 1,5 Kilometern überquert man die Bundesstraße und die Gleise und kurbelt gemütlich auf einem Forstweg bis in die Breitenau am westlichen Ortsrand von Garmisch-Partenkirchen. Über ruhige Nebenstraßen geht es zurück zum Ausgangspunkt der Tour am Garmischer Friedhof.

Tipp: Einkehr im Brauhaus Garmisch mit Biergarten, direkt neben dem Friedhof. Serviert werden heimische Spezialitäten und mit Zugspitzwasser gebrautes Bier.

Garmischer Brauhaus