Bike & Hike von Ohlstadt auf den Heimgarten
◉ Start/Ende: Parkplatz Heimgartenstraße in Ohlstadt
(alternativ: von Eschenlohe/Klammgraben 6 km mehr über Heubergweg zum Startpunkt)
↔ Distanz: 15 km (8 km Bike / 7 km Wanderung)
⇗ Höhenmeter: 1.060 Hm (440 Hm Bike / 620 Hm zu Fuß)
⏱ Dauer: ca. 4 h (0:45 h mit dem E-Bike / 3:15 h Gehzeit)
◈ Schwierigkeit: Bike: S0 / Hike: T2 (stellenweise T3)
〰 Untergrund (Bike): 95 % Forstwege, 5 % Nebenstraßen
↯ E-MTB: mind. 625 Wh empfohlen
⌂ Einkehr: Heimgartenhütte (Anfang Mai bis Mitte Oktober, Montag Ruhetag)
☼ Beste Jahreszeit: Mai bis Oktober
▤ Karte: ATK25/Q10 oder ATK25/R10
⭳ GPS-Track: Download Bike (Rückweg wie Hinweg) / Download Hike
Das MTB hat auf dieser Tour die Aufgabe, die ersten 400 Höhenmeter schnell zu überwinden. Landschaftliche Highlights sind auf der Fahrt durch dichten Wald nicht zu erwarten. Davon gibt es dann auf der Wanderung mehr als genug. In einer großen Runde wandert man auf Bergwegen, Steigen und zum Schluss auf einem Grat auf den Heimgartengipfel.
Zurück geht es über die vielen Serpentinen des Steigs bergab zur Bärenfleckhütte. Auch wenn die Wanderung insgesamt nur mäßig schwierig ist, ist auf den Steigen mit teils losem Untergrund und größeren Stufen Trittsicherheit erforderlich.
Das kurze Wegstück am Grat ist so breit, dass es auch für Menschen, die nicht schwindelfrei sind, begehbar sein sollte. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, biegt wenige hundert Meter vor dem Gipfel rechts auf den ausgeschilderten breiten Weg zum Heimgarten ab.
Bike
Die Tour startet am Wanderparkplatz in der Heimgartenstraße in Ohlstadt. Nach wenigen Metern geht rechts der Wanderweg durch den Kaltwassergraben ab, der Normalweg für Wanderer auf den Heimgarten. Diesen lässt man rechts liegen und bleibt auf der Forststraße, die sich in gleichmäßiger Steigung durch dichten Wald Richtung Wagbichl in einem Linksbogen nach oben schraubt. Nach 2 Kilometern an einem Wegkreuz in einer scharfen Rechtskurve weiter bergauf Richtung Heimgarten. Die Auffahrt endet nach einer guten halben Stunde an einer Weggabelung. Im Wald findet man leicht einen Baum, um das Bike abzustellen.
Hike
Die Wanderung ist eine Rundtour. Los geht es linkerhand auf dem Weg Richtung Rötelstein (443). Die ersten Höhenmeter werden auf einem Karrenweg zurückgelegt, von dem nach kurzer Zeit rechts ein Pfad Richtung Heimgarten abgeht. Durch die satten Grüntöne eines Hochmoors geht es zunächst noch sanft bergauf. An der nächsten Wegkreuzung hält man sich rechts und erreicht kurz darauf den weiten Almboden der Kaseralm, einer Selbstversorgerhütte der DAV-Sektion Weilheim, die nicht bewirtschaftet ist.
Der Weg wird zum Steig, der über rohen Fels und kunstvoll angelegte Treppen auf dem nächsthöheren Almgrund unterhalb des Rauchköpfls herauskommt. Die Vegetation ist alpiner geworden. Latschen haben den Mischwald abgelöst. Über das grasbedeckte Rauchköpfl hat man nach Norden freie Sicht auf das Voralpenland, die Münchner Hausberge und den Kochelsee. Eine bezaubernde Hochebene, wären da nicht die Nordhänge des Heimgartengrats, die ihre Schatten auf die Idylle werfen und ankündigen, dass der Weg da hinaufgeht.
Rauchköpfl, Kochelsee und Münchner Hausberge
Langsam wird es anstrengender. Der Weg ist karstig und schlängelt sich in Serpentinen steil bis zum Grat nördlich vom Heimgartengipfel. Das kurze Stück bis zum Gipfel bietet ausreichend Platz, um von Tiefblicken Abstand zu halten. Man kann aber auch vorher dem Wegweiser auf den Hauptweg folgen. Auch wenn es heute für die berühmte Gratwanderung zum Herzogstand nicht mehr reicht, bekommt man hier oben doch ein bisschen Gratwanderungs-Feeling.
Auf den letzten Metern hat man einen tollen Blick von oben auf den Gratweg zwischen Heimgarten und Herzogstand. Links wird der Grat vom Kochelsee, rechts vom Walchensee eingesäumt.
Der Heimgarten (1.790 m) macht seinem Ruf als phänomenaler Aussichtsberg alle Ehre. Bei guter Sicht stechen viele prominente Alpengipfel und Gebirgszüge ins Auge, von Osten nach Süden beispielsweise Kampenwand, Watzmann, Guffert, Großglockner, Großvenediger, Karwendel, Estergebirge, Zugspitze und Ammergebirge.
Direkt unterhalb des Gipfels duckt sich die Heimgartenhütte an den südlichen Gipfelaufbau. Sie ist von Mitte Mai bis zum 3. Sonntag im Oktober (Kirchweih) geöffnet (Montag Ruhetag). Auf der Speisekarte stehen Erbsensuppe, Wiener, Omelett, Brotzeiten und Kuchen. Egal aus welcher Richtung man heraufgekommen ist, der Weg war lang und die Hütte ist sowieso weit und breit die einzige Einkehrmöglichkeit. Das Panorama ist ähnlich beeindruckend wie auf dem Gipfel.
Der Rückweg folgt ab der Heimgartenhütte dem Wanderweg 441 nach Ohlstadt. Zunächst läuft man auf dem breiten, teils ausgewaschenen Weg nach Westen Richtung Rauheck und kann noch einmal die tolle Aussicht auf die nördlichen Alpen und die oberbayerische Seenlandschaft genießen. Nach einem Kilometer zeigt ein Wegweiser den Abzweig rechts hinunter über die Bärenfleckhütte nach Ohlstadt an. Für die unzähligen schmalen Serpentinen hinunter zur Bärenfleckhütte (nicht bewirtschaftet) braucht man eine gute halbe Stunde.
Die nicht bewirtschaftete Bärenfleckhütte, im Hintergrund der Große Illing
Von der Bärenfleckhütte geht es, etwas versteckt, weiter in gerader Richtung auf einem Pfad hinunter in die kühle Schwarzrainger Schlucht. Schließlich überquert der Weg das Bachbett und führt in den Wald, wo man schon nach wenigen Metern den Abstellplatz der Bikes erreicht.
Auf demselben Weg wie auf der Hinfahrt rollt man bequem die 400 Tiefenmeter bis zum Startpunkt der Tour in Ohlstadt hinunter.